Kommt
Kommt, reden wir zusammen
wer redet, ist nicht tot,
es züngeln doch die Flammen
schon sehr um unsere Not.
Kommt, sagen wir: die Blauen,
kommt, sagen wir: das Rot,
wir hören, lauschen, schauen
wer redet, ist nicht tot.
Allein in deiner Wüste,
in deinem Gobigraun-
du einsamst, keine Büste,
kein Zwiespruch, keine Fraun,
und schon so nah den Klippen,
du kennst dein schwaches Boot-
kommt, öffnet doch die Lippen,
wer redet, ist nicht tot.
Kommt, reden wir zusammen
wer redet, ist nicht tot,
es züngeln doch die Flammen
schon sehr um unsere Not.
Kommt, sagen wir: die Blauen,
kommt, sagen wir: das Rot,
wir hören, lauschen, schauen
wer redet, ist nicht tot.
Allein in deiner Wüste,
in deinem Gobigraun-
du einsamst, keine Büste,
kein Zwiespruch, keine Fraun,
und schon so nah den Klippen,
du kennst dein schwaches Boot-
kommt, öffnet doch die Lippen,
wer redet, ist nicht tot.
(Gottfried Benn)
Ich erinnere mich, dieses Gedicht schon in Schulzeiten gelesen zu haben. Ich erinnere mich, dass ich damals schon nicht genau wusste, was "das Rot" denn nun tatsächlich ist. Aber ich erinnere mich, dass die einzigen Worte, die ich wirklich wichtig fand, damals die selben waren, wie jene heute.
Und eben an dem heutigen Tag hat ein Dozent von diesen Zeilen gesprochen. Gesagt, wie wichtig es ist, zu sprechen. In Worten formen, was sich in uns verbirgt.
Alles Liebe,
Mimi.